Orchester
Aus Soundlexikon
Ein Orchester, griechisch ὀρχήστρα (orchestra = Tanzplatz, d. h. ein halbrunder Platz vor der Bühne eines griechischen Theaters, auf dem ein Chor tanzte) ist ein größeres Instrumental-Ensemble, das vor allem für die Aufführung klassischer Musik zum Einsatz kommt.
Große Orchester, in der alle typischen Instrumentengruppen vertreten sind, werden Sinfonieorchester oder philharmonische Orchester genannt, wobei diese beiden Bezeichnungen keinen Unterschied in Besetzung oder Rolle eines Orchesters andeuten, aber helfen können, verschiedene Orchester einer Stadt zu unterscheiden (z. B. die Berliner Philharmoniker von den Berliner Symphonikern). Ein kleines Orchester oder ein Orchester, in dem die meisten Stimmen einfach besetzt sind (beispielsweise die Streicher), wird auch Kammerorchester genannt.
Andere größere Instrumentalgruppen können ebenfalls Orchester heißen; diese bestehen häufig nur aus Instrumenten einer bestimmten Art, z. B. Blasorchester, Streichorchester oder Zupforchester. Auch Big Bands nennen sich hin und wieder „Unterhaltungsorchester“.
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Sinfonieorchester
Das Sinfonieorchester ist der übliche Klangkörper zur Wiedergabe von Orchesterwerken aus der zweiten Hälfte des 18., des 19. und teilweise auch des 20. Jahrhunderts. Verschiedentlich werden Sinfonieorchester auch für Popmusik herangezogen. Eine bedeutende Rolle spielt das Sinfonieorchester in der Filmmusik.
Besetzung
Im Sinfonieorchester stehen die Streicher, deren Stimmen mehrfach besetzt sind, den anderen Instrumentengruppen, die einzeln besetzt sind, gegenüber.
Die Instrumentengruppen (geordnet nach der Anordnung in der Partitur):
- Holzbläser:
- Flöten mit Piccoloflöten
- Oboen mit Englischhorn
- Klarinetten mit Es- und Bassklarinette
- Fagotte mit Kontrafagott
- Blechbläser:
- Schlaginstrumente:
- Streicher:
- 1. Violinen (Geigen)
- 2. Violinen
- Bratschen (Violen)
- Violoncelli
- Kontrabässe
- Zupfinstrumente, üblicherweise die Harfe
Es können noch weitere Instrumente dazukommen, die jedoch selten in deutschen Berufsorchestern fest besetzt sind. Dazu gehören z. B.
- Tasteninstrumente wie Klavier, Cembalo, Orgel, Celesta
- moderne Weiterentwicklungen klassischer Orchesterinstrumente wie Saxophon, Heckelphon und Wagnertuba
- ursprüngliche Militärinstrumente wie das Flügelhorn
- Zupfinstrumente aus Folklore oder Jazz wie Mandoline, Gitarre, Balalaika oder Zither
- Zungeninstrumente wie Akkordeon oder Bandoneon
- elektronische Instrumente wie Ondes Martenot oder Trautonium
Leitung
Heutzutage werden die Musiker normalerweise von einem Dirigenten geleitet, obwohl in der Anfangszeit Orchester keinen Dirigenten hatten und statt dessen dem ersten Geiger (Konzertmeister) oder dem den Generalbass spielenden Cembalist diese Rolle zukam. Auch einige wenige moderne Orchester kommen ohne einen Dirigenten aus, besonders kleinere Orchester, die sich auf die historische Aufführungspraxis von Alter Musik spezialisiert haben. Ebenso haben die Wiener Philharmoniker seit 1933 keinen ständigen Dirigenten mehr. Die Leitung übernimmt der erste Geiger, daneben werden abwechselnd Gastdirigenten eingeladen.
Probenbetrieb
Entgegen der vorherrschenden Meinung, finden Orchesterproben nicht immer in voller Besetzung statt (Tuttiprobe), sondern es können zunächst Einzelproben der verschiedenen Stimmen oder Instrumentengruppen (Registerproben) stattfinden. Dies dient dazu, die Musik in den einzelnen Gruppen gut zu beherrschen, bevor die verschiedenen Stimmen zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Allerdings ist dieses Verfahren aufwendig und wird in vielen Orchestern aus Zeitmangel nur vor wichtigen Konzerten wie Premieren oder Aufnahmen angewandt.
Siehe auch
- Das Orchester - Zeitschrift für Orchesterkultur & Rundfunk-Chorwesen
- Deutsche Orchestervereinigung
- Liste der Orchester, BDMV
- Kurzschrift Orchesterbesetzung
- Ein-Mann-Orchester
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