Mikrofonierung
Aus Soundlexikon
Unter Mikrofonierung versteht man die Auswahl und die Aufstellung der geeigneten Mikrofone für die aktuelle Situation. Unterschiedliche als Polardiagramme dargestellte Richtcharakteristiken und Frequenzgänge definieren die Klänge und die dementsprechenden Einsatzgebiete der Mikrofone. Jeder Mikrofonaufstellungsort und jede Mikrofonanordnung klingt anders.
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Einflussfaktoren
Das tontechnische Gelingen einer Aufnahme ist von folgenden Faktoren abhängig:
- Von den akustischen Eigenschaften des Aufnahmeraums, z. B. von dessen Einfluss auf Nachhall und Stehende Wellen.
- Von der Art und Qualität des Mikrofons, z. B. von der Richtcharakteristik und vom Frequenzgang, vom Impulsverhalten, vom Rauschverhalten (Eigenrauschen, Klirrfaktor).
- Von der Positionierung des einzelnen Mikrofons zur Schallquelle:
- Position im Raum bzw. Abstand zur Schallquelle
- Flächenwinkel zwischen flächig abstrahlenden Schallquellen und Mic
- Von der Positionierung mehrerer Mikrofone im Ensemble (im Negativfall Interferenzauslöschungen).
Der Aufnahmeraum lässt sich durch geeignete Maßnahmen akustisch optimieren, z. B. mittels Stoffgardinen oder Resonatoren (Dämpfung) oder Reflektoren, Diffusoren (Bündelung, Streuung). Es kann sich bei diesen Mitteln um bewegliche/variable Elemente handeln.
Die Stereoabbildung zwischen den Lautsprechern im Abstand hinter der Lautsprecherebene bei akustischen Aufnahmen
Nahe Ebene
Einzelne Schallquellen oder auch Schallquellengruppen werden in einem, beim direkten Hören als angenehm empfundenen Abstand, dicht hinter der Lautsprecherebene abgebildet.
- Beispiel: Kammermusikensemble, Einzelinstrumente, Sänger und andere Solisten
- Übliche Mikrofonierung: Der Abstand der Mikrofone vom Klangkörper ist deutlich kleiner als der Hallradius des Aufnahmeraums.
Mittlere Ebene
Schallquellengruppen werden in einem der Gruppengröße angemessenen Abstand hinter der Lautsprecherebene abgebildet. Bei der Wiedergabe hat man den Eindruck eines angenehmen Zuhör-Abstandes.
- Beispiel: Größere Instrumentalensembles (Kammerorchester) oder Streichergruppen von Sinfonieorchestern.
- Übliche Mikrofonierung: Kombination von Hauptmikrofonanordnung und Stützmikrofonen.
Der durch die Mischung sich ergebende Abstandseindruck ist kleiner als der Hallradius des Raums.
Entferntere Ebene
Ebene eines tiefengestaffelten, großen Klangkörpers. Die Akustik des Aufnahmeraumes ist deutlich wahrnehmbar.
- Beispiel: Blasinstrumente und eventuell Kontrabässe, sowie die Schlagzeuginstrumente
eines Sinfonieorchesters und einer Orgel in einer großen Kirche.
- Übliche Mikrofonierung: Kombination von Hauptmikrofonanordnung und etlichen Stützmikrofonen.
Weit entfernte Ebene
Deutlich entfernt platzierte Schallquellen, die im Raum, oder sogar außerhalb des Raums abgebildet erscheinen.
- Beispiel: Fernorchester
Entscheidende Parameter zur Tonaufnahme
Das Gelingen einer Tonaufnahme von akustischen Instrumenten (unplugged) ist von recht vielen Faktoren abhängig, unter anderem auch von den Musikern selbst:
- Vom Niveau, dem Rhythmusgefühl, der Intonation und dem musikalischen Ausdruck ist eine gute Aufnahme sogar ganz entscheidend abhängig.
- Von den akustischen Eigenschaften des Aufnahmeraums, z. B. dem Nachhall, dem Klang und den Störgeräuschen, kann der Klang einer Tonaufnahme recht stark beeinflusst werden.
- Aufgrund der unterschiedlichen Richtcharakteristiken und Frequenzgänge
der Mikrofone, können die vom Instrument abgestrahlten und vom Raum reflektierten Frequenzen je nach Mikrofonauswahl besser oder weniger gut aufgenommen werden.
- Von der Position des Mikrofons, ist der aufgenommene Klang maßgeblich abhängig.
Einige dieser Parameter, wie die Musiker selber und der Aufnahmeraum, sind gar nicht oder nur in geringem Maße veränderbar; durch eine "intelligente" Mikrofonierung wird hingegen die Aufnahme immer deutlich positiv beeinflusst. Letzteres ist gerade das schwierige, wozu es keine "Kochrezepte" gibt und geben kann.
