Kugelflächenmikrofon
Aus Soundlexikon
Ein Kugelflächenmikrofon ist eine Art der Äquivalenzstereofonie (genauer Trennkörperstereofonie), bei dem die Tonaufnahme durch das menschlichen Gehör grob nachgeahmt wird.
Das KFM 6 besteht aus einer reflektierenden grauen Kugel aus Kunststoff von 20 cm Durchmesser, wobei zwei Mikrofone mit Kugelcharakteristik, deren Membranen mit der Oberfläche der Kugel abschließen, 180° gegenüberliegend angebracht sind.
Folgende Anforderungen wurden versucht bei diesem Stereo-Tonaufnahmeverfahren zu verwirklichten:
- 1. Die Laufzeitdifferenz und die Pegeldifferenz sind dem natürlichem Hören grob ähnlich.
- 2. Der Frequenzgang ist für den direkten Schall von vorne linear.
- 3. Der Frequenzgang des diffusen Raumschalls sollte auch linear sein.
- 4. Es kann angeblich zu keinen Klangfärbungen durch Kammfiltereffekte durch den bündigen Einbau beider Mikrofone kommen.
Bei der Mikrofonaufstellung sollte Folgendes strikt beachtet werden:
- 1. Der relativ große aufgenommene Nachhallanteil erfordert unbedingt einen akustisch guten Aufnahmeraum.
- 2. Der Frequenzgang des diffusen Schalls kann nur dann färbungsfrei sein, wenn bei
seitlichem Direktschall eine Anhebung hoher Frequenzen gegeben ist, denn beim jeweils dem Schall abgewandten Mikrofon fällt die Abschattung bei hohen Frequenzen verstärkt auf.
- 3. Bei zu geringem Mikrofonabstand tritt bei seitlich einfallenden Schallquellen eine erhöhte Präsenz mit unnatürlicher Klangschärfe auf.
- 4. Durch die Abmessung der Kugel von 20 cm Durchmesser erhält man einen Aufnahmebereich des Systems von etwa 90°.
Die Steigerung zum Kugelflächenmikrofon in der Annäherung an das menschliche Gehör ist der Kunstkopf.
Siehe auch
Jecklin-Scheibe | binaurale Tonaufnahme | Äquivalenzstereofonie | Ohrabstand | Trennkörper |
